Was ist Radwandern?

Radwandern ist eine Form des Fahrradfahrens, die in der Freizeit ausgeübt wird. Beim Radwandern steht das bewusste Erleben der Fortbewegung in der Landschaft im Mittelpunkt, im Gegensatz zur Fahrradtour, wo das Erreichen eines Zieles der Schwerpunkt ist, oder zum Radsport, wo das Zurücklegen einer bestimmten Strecke, oft auch in einer bestimmten Zeit, der Zweck der Unternehmung ist. Beim Radwandern ist das Radfahren Selbstzweck, dennoch wird in der Regel eine landschaftlich reizvolle Strecke gewählt, weil das Natur- und Landschaftserlebnis den Erlebniswert beim Radwandern erheblich steigert. Daher sind vielfach Radwanderrouten ausgeschildert. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist das gesamte Bundesland mit einem flächendeckenden Netz solcher Radwanderrouten (Radverkehrsnetz NRW) überzogen. Ein Internetservice ermöglicht das Planen von Radwanderungen online. Ein anderer Ansatz ist das sogenannte Knotenpunktsystem: Statt besondere Routen auszuschildern, wird das auszuweisende Gebiet mit einem Netz von Knotenpunkten überzogen. In der Landschaft stehen dann Wegweiser zu den Knotenpunkten, an den Knotenpunkten selbst dann Übersichtskarten mit allen Knotenpunkten. So kann der Radwanderer seine Route unabhängig von einer bestimmten Wegführung selbst bestimmen, und auch unterwegs jederzeit ändern. Das Knotenpunktsystem findet sich flächendeckend etwa in Belgien und den Niederlanden („Knooppunt“).
Der touristische und damit wirtschaftliche Effekt auf eine Region durch ein geschicktes Radwanderkonzept und -marketing kann erheblich sein.

Diese Beschreibung des modernen Radwandern traf nicht immer zu. Der RCW wurde 1926 gegründet, um mit einfachsten Mitteln und einem günstigen Fortbewegungsmittel die Landschaft, Leute und Natur zu erleben. Zu diesem Zeitpunkt war man von Kunstrad und MTB weit entfernt. Das Gesellige stand im Vordergrund.

Heute stellt der RCW eine gute Mischung zwischen dem Wettkampf-Sport in den Radsportdisziplinen und einem freizeitgestaltenden Radfahren dar.